Samstag, 18. Juni 2016

Irgendwie anders - Blogparade

Von Elai´s Papa bin ich eingeladen worden, einen Beitrag zur Blog-Parade mit dem Titel irgendwie anders zu schreiben.

Irgendwie Anders - Eine Blogparade
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Was ist anders an meinen beiden?
Als meine beiden noch sehr klein waren, sahen sie garnicht sehr anders aus, meiner mütterlichen Meinung nach, waren es einfach ausgesprochen hübsche, auf den ersten Blick liebenswerte Kinder, was ich übrigens heute noch finde. Je älter sie aber wurden, desto augenscheinlicher wurden die Unterschiede zu anderen Kindern. Heute sieht man auf den ersten Blick das die Kinder behindert sind und das Verhalten meiner Kinder steht in großem Gegensatz zu ihrer körperlichen Entwicklung.

Wie reagieren die anderen Kinder auf dein besonderes Kind? Haben sie vorbehalte? Vielleicht sogar Berührungängste? 
Kinder sind viel echter und unmittelbarer als Erwachsene. Manchmal starren sie fasziniert, wenn sie Aenne oder Henry sehen, beobachten wie die beiden sich verhalten und können sich kaum abwenden. Sie starren aber nicht wertend, sondern einfach interessiert, wollen wissen warum Henry oder Aenne sich verhalten wie sie es nun einmal tun. 
Wenn man Kinder lässt, stellen sie herrliche Fragen.
Manchmal haben sie auch Berührungärgste, was ich aber darauf zurückführe, das Aenne und Henry mittlerweile sehr groß sind und daher die Diskrepanz zwischen Alter und Verhalten recht groß ist.
Oft beginnen Kinder nach einer gewissen anfänglichen Schüchternheit, Aenne und Henry zu betütteln, sie spüren instinktiv das die Beiden auf Hilfe angewiesen sind.
Was ich manchmal sehr schön finde, ist wenn ein Kind zu uns schaut, uns lange mustert und ich erst beim zweiten Blick sehe, das es sich lediglich den coolen Speichenschutz meiner Kinder anschaut. 
Das finde ich großartig!

Und wie verhalten sich die Eltern der Kinder? 
Die Eltern sind oft schwieriger, weil manches Mal einfach hilflos.
Eine immer wiederkehrende Reaktion von Erwachsenen finde ich mittlerweile urkomisch:

Da ich ja nun nicht nur irgendwie, sondern mit zwei behinderten Kindern total anders bin, sind Erwachsene oft schlicht und ergreifend verwirrt wenn wir auftreten. 
Der Blick geht dann von mir zu Henry, zu Aenne, wieder zu mir und ich höre es förmlich wie die Leute sich in Gedanken sagen: 

"???? 
eine gewisse Ähnlichkeit ist da, aber das ist doch nicht die Mutter???
Man hat doch nicht zwei solche Kinder???
 Ist sie die Betreuerin???? 
Nein sie wird doch wohl nicht die Mutter sein???
Diese Reaktion ist nur zu menschlich und bringt mich immer wieder zum Schmunzeln

Aber ich finde es sehr sehr schade, wenn Eltern ihren Kindern sagen sie sollen nicht so gucken, ihnen vielleicht sogar verbieten in meiner Gegenwart Fragen zu stellen. Sie nehmen ihren Kindern dadurch die Chance sich angstfrei und ohne Vorurteile dem Thema Anders-sein zu nähern. Erst das "Psst" einer Mutter, wenn ein Kind einfach nur fragen will warum "der da", so komische Geräusche macht, tabuisiert das Thema.
Erst dieses "Psst" erzeugt die Wertung.
Und was ist an der Frage schlimm? 
Sie ist doch absolut berechtigt!

Welche Erfahrungen hast du gemacht? Positive wie auch 
negative. 
Wir haben auch schon negative Erfahrungen gemacht, keine Frage, aber da diese von einfältigen Menschen  kommen, lohnt es nicht, sich damit zu befassen.
Die meisten Menschen begegnen uns freundlich interessiert, wollen etwas über uns erfahren und 
bringen uns viel Achtung entgegen.
Unter den Menschen die ich aufgrund meiner Kinder kennenlernen durfte, sind so einzigartige tolle Persönlichkeiten! Ich bin dankbar für so viele Begegnungen die ich wegen der Behinderung meiner Kinder hatte.
Auch die Erfahrungen die ich mit meinen Kindern gemacht habe sind besondere. 
Manchmal sehr schmerzhaft, manchmal ans ekelhaft grenzende intolerant, manchmal wunderbar komisch oder herrlich absurd.
Dieses irgendwie andere Leben ist sehr schön, ich würde es nie mehr tauschen!

Kommentare:

  1. Guten Abend Conny, vielen Dank das du deine Erfahrungen mit uns teilst. Wäre es nicht schön,wenn die Kinder ihre Eltern mit der Unbefangenheit und positivenneugier anstecken könnten? Wäre die Welt dann nicht ein wenig harmonischer? Ich muss mir eingestehen das ich, obwohl ich die andere Seite kenne, merke wie verkrampft ich selbst bin wenn meine Kinder mich auf das Handicap einer anderenPerson ansprechen. Sehr merkwürdig.
    Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft und reichlich positive Begegnungen! Herzliche Grüße, Sascha

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  2. Conny, ich mag deine Art von euch zu erzählen! Und du sprichst mir aus der Seele mit dem "Pssst" - ich find das sowas von intolerant. Schade, dass man diese Unbefangenheit als Großer verliert. Übrigens: bei einem coolen Speichenschutz kann ich auch nicht wegschauen :)
    liebe Grüsse
    Tanja

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  3. Hallo Conny,
    ich lese schon seit längerer Zeit still mit. Auf deine Seite bin ich *zufällig* gestoßen und möchte dir meine Hochachtung ausdrücken. Seit einigen Jahren arbeite ich mit behinderten Kindern und deine Posts haben mir wirklich sehr weiter geholfen.
    Ich wünsche Dir und Deiner Familie weiterhin alles Gute.

    Liebe Grüße
    Corrie

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